Wie pflegt man die Zähne und seinen
wertvollen Zahnersatz?
Die richtige Putztechnik sowie den korrekten Umgang mit Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide kann Ihnen Ihr Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin zeigen. Kronen und Brücken sowie kombinierter Zahnersatz und Inlays sind so hergestellt, dass sie auch durch eifriges Zähneputzen nicht beschädigt werden. Es gibt jedoch Ausnahmen: Inlays und Füllungen, die mit zahnfarbenen Kunststoffen hergestellt wurden.
Worauf ist beim Putzen von Kunstsoff-Zahnersatz
zu achten?
Inlays und Füllungen, die mit zahnfarbenen Kunststoffen hergestellt werden, haben andere mechanische Eigenschaften als Dentalporzellan. So kommt es bei Kunststoffverblendungen durch den Einsatz von Zahnpasten, die abrasive Stoffe enthalten, zur Abnutzung der Kunststoffoberflächen. Diese werden rau an den Oberflächen und begünstigen dann die Ablagerung von Zahnbelägen. Das ist der Grund, warum Kronen oder Brücken heute mit Keramik verblendet werden.
Keramik- oder Kunststoffverblendete Kronen?
Die Keramiktechnologie hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. So werden heute aus industriell vorgefertigten hochdichten Keramikkörpern (Zirkon) über computergesteuerte Frästechnik vollkeramische Inlays, Kronen, und Brücken hergestellt. An Keramik lagern sich, im Gegensatz zu Kunststoff, keine Beläge an.
Gesunde Zähne bis ins hohe Alter - aber wie?
Mehr als 90% der Bevölkerung leiden an Erkrankungen der Zähne und des Zahnbettes. Am häufigsten sind Zahnkaries (Zahnfäule) und Parodontopathien (Erkrankungen des Zahnhalteapparates).
Vorbeugen kann man durch
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richtige Ernährung
- sachgerechte Zahnpflege
- Zahnhärtung durch Fluoride
- zahnärztliche Vorsorge
Die richtige Ernährung für die Zähne
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Zähne und Kauapparat müssen Arbeiten - das heißt, beißen und kauen, um funktionstüchtig zu bleiben. Besonders gut sind folgende Lebensmittel:
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Vollkornbrot, Knäckebrot, abgelagertes Mischbrot, Zwieback, rohes Obst und Gemüse, Nüsse und Fleisch
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feste, faserreiche Nahrung, die nicht an den Zähnen klebt und so keine Beläge bilden kann
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Zucker ist der Feind des Zahnes - daher möglichst wenig zuckerhaltige Nahrungsmittel essen
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eher größere Mengen Zucker bei wenigen Gelegenheiten als öfter kleine Mengen über den Tag verteilt
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vorm Schlafengehen kein süßes Betthupferl ohne anschließendes Putzen
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Kleinkindern keine zuckerhaltigen Instant-Tees, Kakao, Limo, Cola und Fruchtsäfte über längere Zeit im Fläschchen anbieten. Wenn überhaupt, dann aus einer Lerntasse trinken lassen.
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Kleinkindern möglichst ungesüßte selbstgebrühte Kräuter- und Früchtetees geben
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während der Schwangerschaft sollen Mütter auf eine ausreichende Calciumversorgung achten, da sich schon in der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche die sogenannten Zahnleisten des Kindes bilden. Die Verkalkung der Milchzähne beginnt bereits im 4.Schwangerschaftsmonat. Dies zeigt, wie wichtig eine optimale Calciumversorgung der Mutter ist.
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Zahnschonende Süßigkeiten, die mit Saccharin, Xylit oder Sorbit gesüßt sind bevorzugen. Einige Hersteller kennzeichnen diese zahnfreundlichen Produkte mit dem ZAHNMÄNNCHEN MIT SCHIRM.
Sachgerechte Zahnpflege
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Mundduschen: Sie können nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Sie können einerseits Speisereste entfernen, jedoch im Einzelfall Entzündungsherde (Zahnfleischtaschen) ausweiten.
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Mundwasser: Gibt es heute nicht mehr nur für frischen Atem. Moderne Spüllösungen werden prophylaktisch und therapeutisch bei Karies und Parodontitis angewendet. Sie enthalten Fluoride und/oder desinfizierende Bestandteile zur Bekämpfung der Plaque-Bakterien.
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Die Putztechnik: Sie sollte einmal vom Zahnarzt demonstriert werden. Kräftig schrubben darf man nur noch auf den Kauflächen. Die Außen- und Innenflächen werden mit Rüttel- oder Kreisbewegungen bearbeitet, und zwar immer von Zahnfleisch in Richtung Zahn, also von ROT NACH WEIß.
Zur Kontrolle der richtigen Putztechnik können sog. Plaquefärbetabletten aus der Apotheke nach der Zahnreinigung gekaut werden. Dabei werden noch vorhandene Plaquereste rot gefärbt - eine interessante Erfahrung für Kinder und Erwachsene.
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Zahnbelag: Er darf sich nicht längere Zeit auf der Zahnoberfläche festsetzen. Deshalb müssen die Zähne am besten nach jeder Mahlzeit, zumindest aber nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen mindestens zwei Minuten lang gründlich geputzt werden.
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Zahnbürste: Sie sollte mittelhart sein, eine harte kann das Zahnfleisch verletzen, eine weiche kann bei empfindlichem Zahnfleisch genommen werden. Der Bürstenkopf sollte kurz und dicht bestückt mit Kunststoffborsten sein. Zahnbürste niemals länger als 2-3 Monate benutzen. Eine neue Zahnbürste entfernt 30% mehr Zahnbelag als eine 3 Monate alte!
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Interdentalbürsten: Sie werden nur bei größeren Zahnzwischenräumen benötigt, auch sie reinigen die Zahnzwischenräume.
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Zahnhölzer: Sie sollten nur in der abgeschrägten Dreikantform benutzt werden und keine Billigware, die splittern kann.
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Zahnpasta: Sie erleichtert den Reinigungsvorgang und wirkt neutralisierend auf Säuren. Es gibt eine große Auswahl an Inhaltsstoffen, die ergänzende Wirkung auf Zahnfleisch (adstringierend, kräftigend) und Zahn (reinigend durch Schleifpartikel oder Enzymwirkung etc.) haben.
Fluoridhaltige Zahnpasta härtet den Zahn. Kinder, die beim Putzen noch Zahnpasta schlucken, sollten spezielle Kinderzahnpasta mit vermindertem Fluoridanteil nehmen.
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Zahnpflege-Kaugummis: Für die Reinigung zwischendurch oder in Ausnahmefällen statt Zahnbürste sind eine gute Sache. Inzwischen gibt es auch zahnpflegende Pastillen und Bonbons für Personen, die keine Kaugummis kauen können (z.B. Gebissträger). Sie haben eine neutralisierende Wirkung auf entstandene Säuren.
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Zahnseide: Sie ist zur Reinigung der Zahnzwischenräume unentbehrlich und wird zu oft vernachlässigt. Nur hiermit können die Beläge im Interdentalbereich (zwischen den einzelnen Zähnen) erreicht werden. Zahnseide sollte möglichst ungewachst sein, da diese besser reinigt, und evt. mit Fluorid getränkt sein. Für Anfänger wird die gewachste Zahnseide empfohlen, da sie weniger einschneidet.
Zahnhärtung durch Fluoride
Bei der Fluoridierung werden durch Aufbringen von fluoridhaltigen Zahnpasten, Geleen und Lacken (letztere nur vom Zahnarzt) den Zähnen Fluorid zugeführt. Diese lagern sich in den Zahnschmelz ein und stärken seine Struktur. Dadurch wird der Zahn widerstandsfähiger gegen die Säureangriffe. Empfohlen wird neben der Benutzung fluoridhaltiger Zahnpasta ab dem 6.Lebensjahr die Anwendung eines Fluoridgels 1mal wöchentlich.
Fluoride wirken 3-fach, sie
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fördern die Mineraleinlagerung in die Zähne
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verringern die Säurelöslichkeit des Zahnschmelzes
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hemmen den bakteriellen Stoffwechsel im Zahnbelag
Die Fluorideinnahme in Form von Tabletten hat besondere Bedeutung während der Bildung der ersten Zähne, also vom Säuglingsalter an.
Hier eine Übersicht über altersabhängige Maßnahmen zu Fluoridierung der Zähne:
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Säuglinge bis Kinder unter 2 Jahren
1 Tablette mit 0.25mg Fluorid täglich, mit Vitamin D kombiniert zur Rachitisprophylaxe, werden am besten abends vor dem Schlafen gegeben
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Kinder ab 2 Jahre
Zusätzlich 2 x täglich Zähneputzen mit einer Zahnpasta ohne Fluorid (siehe Ergänzung unten)
- Kinder ab 3 bis unter 6 Jahren
1 Tablette mit 0,5mg Fluorid, zusätzlich 2 x täglich Zähneputzen mit einer Kinderzahnpasta mit reduziertem Fluoridgehalt.
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Kinder ab 6 Jahren
1 Tablette mit 1,0mg Fluorid, zusätzlich 3 x täglich Zähneputzen mit einer Fluoridzahnpasta ( nicht mehr Kinderzahnpasta, wenn Zahnpasta nicht mehr verschluckt wird ), zusätzlich 1 x wöchentlich Anwendung eines Fluoridgels (apothekenpflichtig), zusätzlich 2 x jährlich Applikation eines Fluoridlacks durch den Zahnarzt
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Jugendliche und Erwachsene
3 x täglich Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, zusätzlich 1 x täglich fluoridhaltige Spüllösung nach dem Zähneputzen, empfehlenswert 1 x wöchentliche Anwendung eines Fluoridgels und Gebrauch von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt.
Die Fluoridtabletten können bei größeren Kindern evt. weggelassen werden, wenn als Alternative im Haushalt fluoriertes Speisesalz (Jodsalz mit Fluor) verwendet wird. Eine Überdosierung von Fluorid macht sich mit grauen Flecken auf dem Zahnschmelz bemerkbar. Im Zweifelsfall den Zahnarzt konsultieren, weil der das individuelle Kariesrisiko einschätzen kann.
Zahnärztliche Vorsorge
Durch regelmäßige Besuche beim Zahnarzt hat dieser Kontrolle über evt. doch auftretende Karies oder Parodontitis (im Volksmund Parodontose). Er kann einen Fluoridlack mit Langzeitwirkung auf die Zähne auftragen. Durch eine sog. Fissurenversiegelung werden gefährdete Zahnbereiche im Vorfeld vor Karies geschützt.
Ferner kann der Zahnarzt einen persönlichen Karies-Risikotest durchführen, bei dem die individuelle Speichelzusammensetzung (Anzahl der karieserzeugenden Bakterien) Aufschluss über das individuelle Kariesrisiko gibt.
Ein kranker Zahn kann weitere Erkrankungen des Körpers zur Folge haben. An der Wurzelspitze toter Zähne oder in entzündeten Zahnfleischtaschen können sich Eiterherde bilden, die Bakterien und Giftstoffe in den Blutkreislauf abgeben. In manchen Fällen, z.B. wenn der Körper geschwächt ist, können diese an Knochen, Gelenken, Nerven, Muskeln, Augen, Ohren, Mandeln, Magen, Nieren, Herz- und Blutgefäßen angreifen. Dies führt zu vielfältigen Folgeerkrankungen.

